Sprachlosigkeit aufgrund einer Aussage eines anderen Menschen geschieht bei Alt bei Jung. Ob Groß, ob Klein. Geschlechts unabhängig. Da in meinem Seminaren die Augen bei möglichen Kontern groß werden und dabei gelacht wird, möchte ich hier nun auf die ganz besondere Arbeit von Matthias Pöhm hinweisen. Weiter unten befindet sich ein Link auf seine Seite auf der noch sehr gut weiter recherchiert werden kann. Bücher die ich gelesen und auch weiterempfehlen kann sind:

a)  Schlagfertig auf dem Schulhof: Anti-Mobbing: Wie man Großmäulern clever Paroli bietet; Matthias Pöhm, Pöhm Seminarfactory; Auflage: 1 (1. Januar 2011);

und b) Kontern in Bildern: Schlagfertig antworten in Metaphern; Matthias Pöhm; mvg Verlag 2006. Hieraus stammen die weiter folgenden Beispiele, die ich mit freundlicher Genehmigung von Matthias Pöhm hier veröffentlichen darf.

 

Hier nochmals meinen recht herzlichen DANK!

Weitere Informationen zu der besonderen Arbeit von Matthias Pöhm:

http://www.poehm.com/

 

 

 

Der Stein mit dem Etikett

Angriff

Herr Kommunikationstrainer, die Technik, die Sie uns da beibringen, ist doch Manipulation.

Metapher- Erwiderung

Sie kleben einem neutralen Vorgang nur ein negatives Etikett an. Der Vorgang hat sich dadurch nicht verändert. Ich klebe dem Vorgang das Etikett „Mit Tiefe überzeugen“ an. Schauen Sie, wenn ein großer runder Felsbrocken mitten in der Natur liegt, dann können Sie ihm das Etikett ankleben „Majestätisches Monument der Natur“ oder aber Sie kleben das Etikett an „Gefährliches Hindernis für Autofahrer“. Am Stein hat sich nichts verändert. Er bleibt, was er ist: ein Stein. Nur weil Sie ein Etikett ankleben können, hat sich sein Wesen nicht verändert. So ist es auch mit dieser Technik. Sie nennen es „Manipulieren“, ich nenne es „Überzeugen“: Das Wesen dahinter ist nichts anderes, als die Meinung eines anderen zu verändern. Verändern ist das, woraus das Leben besteht. Das ist weder gut noch böse. Es IST einfach. Matthias Pöhm.

Anwendung der Metapher

Jedes Mal, wenn jemand ein Gesamturteil über eine Sache abgibt, die aber nur seiner Meinung entspricht.

Der Floh im Wasserglas

Wissen Sie, wie in einem Flohzirkus die Flöhe dazu gebracht werden, nicht mehr weg zu hüpfen? Ein Floh springt im Normalfall ca. 50 cm hoch. Man sperrt nun diesen Floh in ein Glas auf das man einen Deckel legt. Der Floh springt nun eine Stunde gegen diesen Deckel. Wenn Sie nach zwei Stunden schauen, springt er sich immer noch den Schädel wund. Nach drei Stunden allerdings werden Sie eine erstaunliche Veränderung bemerken. Der Floh hat gelernt, bis genau unterhalb des Deckelrandes zu springen. Man nimmt nun den Deckel weg und – bis zum Rest seines Lebens springt der Floh nicht mehr höher als bis zur Kante eines Wasserglases. Er hat sich selbst seine Grenzen gesetzt und er denkt, er kann darüber nicht mehr hinaus. Es ist real für ihn, er beweist es sich ständig selbst. Als Kind waren wir in der Lage, 50 cm hoch zu springen. Erziehung, Schule, Eltern, Kirche und Gesellschaft haben uns zwischenzeitlich diesen Deckel aufgesetzt, der uns vorgaukelt, wir können nicht höher springen.

Der 12 – Zylinder Motor

Einwand

Ihr Vortrag war heute nicht berauschend.

Metapher-Erwiderung

Ich bin ein Auto, das hat einen Motor mit 12 Zylindern, heute lief ich nur auf sieben!

Kernaussage der Metapher

In mir steckt wesentlich mehr, als ich heute gezeigt habe.

 

Die Lieblingsfarbe

Einwand: Ich finde Ihren Logo-Entwurf nicht gut

Metapher- Erwiderung

Welches ist Ihre Lieblingsfarbe? „Grün“ Wenn jemand Blau als Lieblingsfarbe hat, ist dann bewiesen, dass Blau eine schlechte Farbe ist? „Nein“. Schauen Sie, so ist es auch mit dem Logo-Entwurf. Ihnen gefällt Grün, anderen gefällt Blau. Das heißt noch lange nicht, dass der Logo-Entwurf schlecht ist. Matthias Pöhm.

Kernaussage der Metapher

Wenn jemand eine Sache nicht gut findet, muss sie noch lange nicht schlecht sein.

 

 

Die Antriebswelle der Schiffsschraube

Einwand

Herr Doktor, mir geht es gut, ich merke nichts Negatives. Ich sehe nicht ein, dass ich die Ernährung   umstellen und Sport machen soll, wo`s mir doch gut geht.

Metapher Erwiderung

Stellen Sie sich ein nagelneues Schiff vor. Der Schiffsmotor ist in der Mitte, im Bauch des Schiffes, eingebaut. Über eine Eisenwelle quer durch den Schiffsbauch wird am Heck die Schiffsschraube angetrieben. Oben in der Kapitänskajüte ist aus Sicherheitsgründen eine Kontrolllampe angebracht, die den Kapitän alarmiert, falls sich die Schiffswelle nicht mehr dreht. Der Schiffsingenieur kommt nach einigen Monaten zur Inspektion auf das Schiff und sagt dem Kapitän: „Sie müssen Ihre Antriebswelle regelmäßig ölen, damit sie lange funktionstüchtig bleibt“. Der Kapitän aber antwortet: „Nein, das brauchen wir nicht. Schauen Sie, unser Antrieb funktioniert ja wunderbar- warum soll ich da die Welle ölen? Außerdem habe ich ja die Kontrolllampe, die mir anzeigt, wenn die Antriebswelle nicht mehr funktioniert“. Zwei Monate später funkt ein manövrierunfähiges Schiff auf hoher See SOS. Es ist dieses Schiff. Ein Rettungsboot mit dem Schiffsingenieur an Bord kommt zu Hilfe: ER geht in den Maschineraum und sieht, dass die Eisenwelle unter dem Einfluss der salzigen Luft von Rost zerfressen und an einem Ende gebrochen ist. Er holt den Kapitän und sagt: „Ich nehme an, Sie haben die Kontrolllampe aufleuchten sehen. Jetzt könnten Sie ölen, so viel Sie wollen, Ihre Welle wird dadurch nicht mehr heil“.

Genauso ist es auch mit Ihren Organen, lieber Patient: Eine durchgerostete Welle können Sie durch nachträgliches Ölen nicht mehr heil machen. Eine Leber, die Ihnen durch Schmerzen anzeigt, dass sie am Ende ist, können Sie durch keine gesunde Ernährung und keinen Sport mehr heilen. –Tun Sie also jetzt etwas für Ihre Organe, stellen Sie Ihre Ernährung um und treiben Sie Sport, damit Sie den späteren Großschaden vermeiden.

Kernaussage der Metapher

Wenn ein funktionierendes Gesamtsystem nach außen spürbar und sichtbar nicht mehr funktioniert, dann ist es bereits zu spät. Man muss das System pflegen, bevor Symptome auftreten, sonst wird der Schaden irreparabel. Man muss die Ursachen eines Problems bekämpfen un d nicht die Symptome.